Trimethylglycin (Betain): Mechanismen, Wirkungsweise und mögliche Vorteile für Gesundheit und Körperzusammensetzung
Trimethylglycin, besser bekannt als Betain, ist ein im Körper vorkommendes Molekül, das als Methyl-Donor eine zentrale Rolle im Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel spielt. Obwohl Betain bei vielen Menschen vor allem mit sportlicher Leistung oder Methylierung assoziiert wird, betrifft es mehrere grundlegende biologische Prozesse, die für gesundes Altern und metabolische Resilienz relevant sind.
Methylierung und Homocystein-Regulation
Betain fungiert als Methyl-Donor im Betain-Homocystein-Methyltransferase (BHMT)-Weg, wobei Homocystein in Methionin umgewandelt wird. Durch diese Remethylierung senkt Betain den Homocysteinspiegel, was wichtig ist, da erhöhte Homocysteinwerte mit kardiovaskulären Risiken und inflammatorischem Stress assoziiert sind. Meta-Analysen zeigen, dass Betain-Supplementierung das Plasma-Homocystein bei gesunden Erwachsenen signifikant senken kann.¹
Epigenetische Stabilität und DNA-Integrität
Betain liefert Methylgruppen, die entscheidend für den Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel sind, der wiederum an DNA-Methylierung, Genexpression und zellulären Signalwegen beteiligt ist. Gut funktionierende Methylierung unterstützt die epigenetische Infrastruktur von Zellen, ein wichtiger Faktor für die Stabilität des Genoms und für die Begrenzung von Prozessen, die mit dem Altern zusammenhängen. Kontinuierliche Methylierungsunterstützung kann zu genomischer Stabilität und einer besseren Regulation zellulärer Prozesse beitragen.¹
Metabolische Gesundheit und Leberfunktion
Betain spielt auch eine Rolle als Osmolyt, eine Substanz, die Zellen hilft, ihre Wasserbalance während metabolischem Stress aufrechtzuerhalten, und unterstützt die Leberfunktion und den Fettstoffwechsel. Tier- und Humandaten zeigen, dass Betain modulieren kann, wie Fette in der Leber verarbeitet werden, und zu einem günstigeren Fettstoffwechsel beitragen kann.²
Effekte auf die Körperzusammensetzung: Fettverlust und Lean Mass
Forschung zeigt, dass Betain-Supplementierung in Kombination mit Krafttraining signifikante Verbesserungen der Körperzusammensetzung unterstützen kann:
- In einer doppelblinden RCT zeigten junge, Kraft trainierende Männer, die 6 Wochen lang Betain (± 2,5 g/Tag) einnahmen, im Vergleich zu Placebo eine signifikante Abnahme der Fettmasse und eine Zunahme der fettfreien Körpermasse, zusätzlich zu einer verbesserten Arbeitskapazität.³
- In einer vergleichbaren Studie bei jungen Frauen führte Betain plus Krafttraining zu größeren Fettreduktions-Ergebnissen als Training allein, was auf einen günstigen Effekt auf die Körperzusammensetzung hindeutet, wenn Betain mit körperlichem Training kombiniert wird.⁴
Unterstützung durch Meta-Analyse
Meta-analytische Evidenz unterstützt diese günstigen Verschiebungen:
- Eine systematische Übersichtsarbeit zu RCTs zeigte, dass Betain-Supplementierung beim Menschen signifikante Reduktionen der gesamten Körperzusammensetzung (Fettmasse und Körperfettanteil) verursachte, was darauf hindeutet, dass Betain wichtig sein kann, um ein günstiges «Mager- vs. Fett»-Verhältnis zu fördern.⁵
Beobachtungsstudien zeigen, dass eine höhere Betainzufuhr über die Ernährung mit einer günstigeren Körperzusammensetzung assoziiert ist, darunter ein niedrigerer Körperfettanteil und eine höhere Lean Mass in breiten Bevölkerungsgruppen.⁶
💡 Diese positiven Befunde deuten darauf hin, dass Betain, insbesondere in Kombination mit Krafttraining und einem aktiven Lebensstil, zu Fettverlust sowie zum Erhalt oder zur Verbesserung der Muskelmasse beitragen kann – Faktoren, die für funktionelle Gesundheit und Widerstandsfähigkeit im Alter wichtig sind.
Mechanismen, die die Körperzusammensetzung beeinflussen können
Die genauen Mechanismen, durch die Betain die Körperzusammensetzung beeinflusst, sind Gegenstand laufender Forschung, aber mögliche Wege sind unter anderem:
- Energiestoffwechsel: Betain kann Anteile des Fettstoffwechsels verbessern und die Lipogenese hemmen.
- Zelluläre Osmolyse: bessere zelluläre Hydratation kann die anabole Reaktionsfähigkeit erhöhen.
- Trainingsantwort: die Kombination von Betain mit Krafttrainingsprogrammen scheint synergistische Effekte auf Fettverlust und Lean Mass zu haben.⁷([turn0search23]
Zusammenfassung potenzieller Vorteile
Betain unterstützt mehrere biologische Systeme:
- Methylierung & Homocystein-Regulation — trägt zur epigenetischen Stabilität und zur Verringerung eines kardiovaskulären Risikofaktors bei.¹
- Stoffwechselgesundheit & Leberfunktion — beteiligt sich am One-Carbon-Metabolismus und kann den Fettstoffwechsel und die Leberfunktion modulieren.²
- Körperzusammensetzung — in Kombination mit Krafttraining und einem aktiven Lebensstil kann Betain helfen, die Fettmasse zu reduzieren und die Lean Mass zu verbessern.³ ⁴ ⁵ ⁶
Quellen:
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Meta-Analyse zeigt, dass Betain-Supplementierung das Plasma-Homocystein signifikant senkt, ein Marker, der mit kardiovaskulären Risiken in Zusammenhang steht.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3610948/ -
Review: Betain unterstützt Stoffwechselprozesse, oxidativen Stress und die Lebergesundheit über Methylierung und andere Wege.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8224793/ - Randomisierte klinische Studie: 6 Wochen Betain-Supplementierung verbesserten die Körperzusammensetzung (Fettmasse ↓, Lean Mass ↑) bei krafttrainierenden Männern. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23967897/
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Betain-Supplementierung plus Krafttraining führte bei aktiven Frauen zu einer verbesserten Körperzusammensetzung.
Wirkung einer Betain-Supplementierung auf Körperzusammensetzung und Leistung bei Studentinnen (Abstract-Zusammenfassung). https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6069865/ -
Meta-Analyse: Betain-Supplementierung reduziert die Gesamtfettmasse und den Körperfettanteil bei Menschen.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6835719/ -
Beobachtungsbezogene Evidenz, dass eine höhere Betainzufuhr über die Ernährung mit einer günstigeren Körperzusammensetzung assoziiert ist.
https://link.springer.com/article/10.1186/s12970-018-0243-x - Studien deuten darauf hin, dass Betain zusammen mit Training einen größeren Einfluss auf die Körperzusammensetzung hat als Training allein.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6069865/